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Liebe Rita, lieber Dhyan
Sieben
Tore habt ihr gewählt, und wohl mit Bedacht, denn die Sieben vereinigt
die Drei als Grundzahl des Männlichen, kulturübergreifend bekannt
als die Trinität, mit der Vier als Grundzahl des Weiblichen, wie
es sich uns in den vier Elementen von Erde, Wasser, Luft und Feuer erschließt.
Sieben Qualitäten habt Ihr gewählt, um das Euch Verbindende,
die Qualitäten, die Euch einen und begleiten zum Ausdruck zu bringen.
Es bedarf des Mutes, um das eigene Leben zu meistern
und vielleicht noch mehr Mut, um dies in Gemeinsamkeit zu tun, sich auf
das Wagnis einer engen und innigen Beziehung einzulassen, Mut, um Männliches
und Weibliches miteinander zu verbinden.
Lust aneinander, Lust aufeinander vermittelt das prickelnde
Gefühl von Lebendigkeit und die Lust am Gemeinsamen baut darauf.
Höchste Lust kann erst dann entstehen, wenn Weibliches und Männliches
in Vereinigung treten, denn daraus entsteht lebensspendende Kraft.
Vertrauen wird die Grundlage sein, muss sich aber erst
auch entfalten, muss wachsen und sich bestätigen können. Es
bedarf des Vertrauens zu sich selbst, des Vertrauens zueinander, aber
auch des Vertrauens in das Leben überhaupt, um Vertrauen in das Gemeinsame
gewinnen zu können. Das Weibliche vertraut dem Männlichen und
umgekehrt und baut auf die Qualitäten des jeweils anderen.
Doch kann dies alles gelingen, ohne die persönliche Freiheit
preiszugeben? Es kann, wenn es die uneingeschränkte Akzeptanz der
jeweils anderen Persönlichkeit umschließt, diese zu achten
und wertzuschätzen und der Freiheit der und des anderen den gleichen
Wert beimessen wie der eigenen. Die Freiheit des Weiblichen will ebenso
gewahrt sein wie diejenige des Männlichen.
In Freiheit kann dann auch Familie entstehen, sie ist
etwas tief und grundlegend Verbindendes. Sie gründet sich auf die
Vereinigung von Weiblich und Männlich und findet ihren höchsten
Ausdruck in der Schaffung neuen Lebens. Eine tiefgreifende Entscheidung,
die ihr beide füreinander und miteinander getroffen habt.
Und doch liegt über alledem ein Geheimnis, das wohl
jeder Mensch im Verlauf seines Lebens sich anschickt zu enträtseln.
Nichts Geringeres als Liebe ist das, was wir alle zu
finden hoffen und zu ergründen suchen. Liebe verleiht Mut, Liebe
bringt Lust in sonst nicht gekannter Form, Liebe begründet innerstes
Vertrauen, Liebe bewirkt tiefste Freiheit, Liebe ermöglicht es, Familie
zu sein und zu leben, Liebe ist schlicht des größte Geheimnis,
das der Mensch zu ergründen sucht…….
Liebe Rita, lieber Dhyan,
Ihr scheint dieses Geheimnis für Euch ein Stück aufgedeckt
zu haben – durch gelebte Beziehung, den Mut sich aufeinander einzulassen,
das gewachsene Vertrauen, die gegenseitig gegebene Freiheit, die Entscheidung
zur gemeinsamen Familie.
Und dennoch wird es Geheimnis bleiben, denn wir sprechen hier von nichts
Geringerem als dem Mysterium Coniunctionis, dem Mysterium des Verbundenseins
und der Vereinigung, dem Ihr heute durch das Hieros Gamos, der Heiligen
Hochzeit, symbolhaft Form und Gestalt verleihen wollt.
Dies wird umso bedeutungsvoller, als sich die Verbindung von Weiblich
und Männlich in Eurem Leben in noch etwas anderem, etwas höherem
als der rein individuellen Ebene umsetzt. Es ist die gemeinsam gewählte
Aufgabe, den Menschen, d.h. dem Kollektiv das synergetische Prinzip, diese
tief in unser Innerstes vordringende und dort uns erlösende Methode
nahezubringen.
Und auch hier bedarf es der sieben Qualitäten: den Mut, ein Projekt
mit gänzlich ungewissem Ausgang auf sich zu nehmen und sich ihm zu
stellen, die immer wieder neu aufflackernde Lust auf das Unbekannte, das
tiefe Vertrauen in die Wahrheit und tragende Kraft von Evolution, die
Eroberung der eigenen Freiheit, die es gestattet, auch andere in ihre
Freiheit zu entlassen, das Wiedergewinnen der eigenen Familie, die vielfach
im Verlauf unserer Erfahrungen verlustig ging.
Und hinter alledem die ständig wiederkehrende Erfahrung, dass wir
hier auf ein Geheimnis stoßen, das wir auch mit der synergetischen
Methode nicht entschlüsseln vermögen – vielleicht einfach
deshalb, weil die Methode selbst klarster und tiefster Ausdruck dieses
Geheimnisses ist.
Es gelingt ihr, das zu vollziehen, was wir heute symbolisch als Hieros
Gamos zelebrieren, sie zeigt dieses mysterium coniunctionis und mehr noch,
sie lässt uns dieses Mysterium erleben. Sie vollzieht die Integration,
sie ermöglicht die Vereinigung von Weiblich und Männlich in
ganz unmittelbarer, erlebbarer Art und Weise, sie vereinigt polar Entegegengesetztes,
sich scheinbar gegenseitig Ausschließendes zu einer neuen, höherwertigen
Qualität, sie erzeugt Emergenz und ist damit lebensschaffende Kraft.
Sich dieser Aufgabe zu stellen kann und wird nur auf der Grundlage von
Liebe gelingen. Diese Methode braucht die Liebe, die Liebe zum Menschen,
die Liebe zur Sache und dadurch ist sie in der Lage, diese Qualität
selbst auch zu erzeugen.
Ihr habt beide besonders in den vergangenen 12 Jahren mit all Eurer Kraft
und Energie für diese wunderbare Methode gekämpft. Dabei stand
Euch die Liebe zur Seite. Die Liebe, die ihr füreinander empfindet
als tragendes Fundament, die Liebe zu den Menschen, denen ihr Euer Wissen
mitgegeben und die ihr durch die tiefen Täler ihrer inneren Welt
begleitet habt
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